Gibson Brothers live im Staatstheater Oldenburg
am 11.04.2010


einziges Konzert in Europa


Bluegrass Music in Deutschland ist eine gelebte Leidenschaft für Spezialisten und Individualisten – nicht wirklich aber etwas, womit die breite Masse viel anfangen könnte. Das ist zwar einerseits schade, daß diese Musik hier eher ein Nischendasein führt und nicht, wie in ihrer Heimat USA, zumindest bei akustisch orientierten Musikfans etabliert ist und sich daher jenseits des großen Teichs eine entsprechende Anhängerschaft sowohl bei Musikern als auch bei Fans entwickeln konnte. Andererseits hat uns dieser Umstand hier in Deutschland jedoch eine kleine, aber feine Szene beschert. Wer hierzulande einmal seine Liebe zum Bluegrass entdeckt hat, wurde und wird seit Jahrzehnten mit sehr individuellen musikalischen Highlights versorgt.


Das Zauberwort und die Eintrittskarte in diese wunderbare Welt der handgemachten Musik lautete 40 Jahre lang „Neusüdende“. Dieses winzige Dorf in der Nähe von Oldenburg i.O. beheimatete all diese Zeit das gleichnamige Festival der Country- und Bluegrassmusik. Gegründet in den 60er Jahren stand es ab 1984 unter der Leitung von Klaus Grotelüschen (Hillbillie Guesthouse). Wahre Pilgerscharen von Liebhabern der traditionellen (!) Countrymusik und des Bluegrass aus ganz Europa fanden sich alljährlich zu Pfingsten zu diesem Get-Together ein. Geschätzt wurde sowohl von Besuchern als auch von Musikern die familiäre Atmosphäre und der damit direkte Kontakt zwischen beiden Parteien – auf und vor der Bühne. Stets auf der Suche nach nur den besten Künstlern und Bands dieses Genres, wurde das treue und stetig wachsende Publikum von dem immer um höchste Qualität bemühten Veranstalter mit vielen musikalischen Köstlichkeiten verwöhnt; darunter Ende der 80er Jahre auch Legenden der ersten Generation des Bluegrass wie Bill Monroe oder die Osborne Brothers; aber auch Peter Rowan und Tim O`Brien.

2006 fand das letzte Festival dieser Art statt. Das war zwar einerseits das in der ganzen Szene viel beweinte Ende einer Festival-Legende – andererseits aber auch ein brillanter Neuanfang und die unschlagbare Chance, diese geliebte Musik endlich auch einem breiterem Publikum auf einer neuen Ebene näherzubringen. Dafür konnte das Oldenburgische Staatstheater gewonnen werden. Dieses ehemalige Großherzogliche Hoftheater, 1891 im neu-barocken Stil erbaut, präsentiert nun seit 2007 einmal jährlich die Reihe “Bluegrass Music Im Theater“ mit ausgewählten Musikern aus den USA. Klaus Grotelüschen steht hierbei dem Theater als Berater und musikalischer Leiter zur Seite. Bisher waren bereits Claire Lynch & Band (2007), Don Rigsby & Midnight Call (2008) und Laurie Lewis & The Right Hands (2009) zu Gast. 2010 wird diese erlesene, inzwischen fest in der Oldenburger Kulturszene etablierte Musikserie fortgesetzt mit den Gibson Brothers – wie alle vorangegangenen Bands ebenfalls aus den USA.

Wenn man nach drei erfolgreichen Veranstaltungen der letzten Jahre eine Zwischenbilanz ziehen darf, scheint der Spagat geschafft, die Bluegrassmusik aus ihrem Szene-Dasein herauszuholen und ein wenig dahin zu rücken, wo sie ja eigentlich hingehört: Weltmusik, die sich nicht vor dem ja schon lange „salonfähigen“ Jazz oder Folk zu verstecken braucht. Nun hat auch der städtische Theaterbesucher, den es vielleicht mangels ihm zugänglichen Informationsquellen oder Eigeninitiative nicht so ohne weiteres zum Festival nach Neusüdende verschlagen hätte, endlich die Möglichkeit, in den Genuß von akustischen, handwerklich herausragenden Bluegrassbands zu kommen.

Die Gibson Brothers werden am 11. April 2010 als fünfköpfige Band in folgender Besetzung nach Oldenburg kommen: Eric Gibson (Gesang, Banjo, Gitarre), Leigh Gibson (Gesang, Gitarre), Mike Barber (Kontrabass), Clayton Campbell (Fiddle) und Joe Walsh (Mandoline). Es ist die gleiche Besetzung, mit der sie im Jahr 2009 ihr jüngstes und insgesamt neuntes Album eingespielt haben: Ring The Bell (Compass Records). Das Gastspiel in Oldenburg wird exklusiv das einzige Konzert in ganz Europa sein. Die Gibson Brothers und Band kommen nur für diesen einen Auftritt aus den USA herüber.

Als die Gibson-Brüder, geboren 1970 (Eric) und 1971 (Leigh), in ihren jungen Jahren zum ersten Mal die Musik von Flatt & Scruggs hörten, nahm ihre Begeisterung für den Bluegrass seinen Anfang. 1983 begannen sie, zusammen zu musizieren und gründeten 1994 ihre erste Band. Bald sollte das erste Album folgen, das sie 1995 auf die Bühne von "World Of Bluegrass" der IBMA brachte. Nach etlichen weiteren erfolgreichen Alben wechselten die Brüder 2003 zu Sugar Hill Records. Damit war ein kleiner musikalischer Richtungswechsel verbunden. Hatten die Gibson Brothers mit ihren bisherigen Bands reine Bluegrass-Music gespielt, so mixten sie ab 2003 einen leichten "Acoustic Country Sound" dazu, den man auf ihren beiden letzten Alben genießen darf – stets getragen durch die fantastischen Stimmen von Eric und Leigh.

Folgende Alben haben die Gibson Brothers im Laufe ihrer musikalischen Karriere eingespielt:

          • Ring The Bell - Compass Records, 2009
          • Iron And Diamons - Sugar Hill Records, 2008
          • Red Letter Day - Sugar Hill Records, 2006
          • Long Way Back Home - Sugar Hill Records, 2004
          • Bona Fide - Sugar Hill Records, 2003
          • Another Night Of Waiting - Hay Holler Records, 1998
          • Spread Your Wings - Hay Holler Records, 1997
          • Long Forgotten Dream - Hay Holler Records,1996
          • Underneath A Harvest Moon - Big Elm Records, 1994


Weitere Informationen und auch Hörproben der Band sind zu finden unter:

Gibson Brothers – Sonntag, 11. April 2010 - Beginn: 19.30 Uhr

Veranstaltungsort und Kartenvorverkauf:

Oldenburgisches Staatstheater, Theaterwall 28, 26122 Oldenburg

Tel. 0441/ 22 25 – 111, Fax: 0441/ 22 25 – 221

Mo. bis Fr.: 10 – 18 Uhr, Sa.: 10 – 13 Uhr

e-Mail: kasse@oldenburg.staatstheater.de