The Moonlighters „Enchanted“ WorldSound WOR-CD-9003

Enchanted/ Winter In My Heart/ Give Me Liberty Or Give Me Love/ Race Track Papa/ Don’t Cry Baby/ Fooling With The Other Woman’s Man/ Don’t Baby Me/ Sheet Music Man/ Queen Of Loneliness/ It’s Bad For Me/ Night Smoke/ One More Time/ Texarkana Bound/ I’m Still In Love With You/ Blue Angel Medley

Seit ihrer Gründung im Jahre 1998 sind die “Moonlighters” eng mit der New Yorker Jazz- und Pop-Musik-Szene verbunden. Einst waren ihre Mitglieder mit Punk- und Hardrock beschäftigt gewesen, dann hatten sie genug vom dem Krach und waren umgeschwenkt auf das genaue Gegenteil, auf Hawaiian Swing, eine Musik mit einer langen Tradition, die allerdings spätestens mit der Ankunft des Rock `n` Roll in Vergessenheit geraten war. Dann, Ende der 90er Jahre, war es soweit, die Chefin der Gruppe, Bliss Blood, hatte eine musikalische Nische entdeckt, eine Musik gerade richtig für die gestressten New Yorker Großstadtmenschen: Hawaiian Music. Und seither haben die „Moonlighters“ weltweiten Erfolg mit einer Musik, die fast aus einer anderen Welt zu kommen scheint, swingend, romantisch und ergreifend, gespielt auf akustischen Instrumenten: Ukulele, Gitarre, Bass und der Hawaiian Steel Guitar, das Ganze gekrönt von zwei geradezu überirdisch klingenden Frauenstimmen. Geboten werden traditionelle und klassische Songs und Blues aus den 20er und 30er Jahren, aber auch neue Kompositionen tauchen im Repertoire dieser Ausnahmegruppe auf. Die musikalischen Wurzeln sind vielfältig: Jazz, Ragtime, Hawaii, Country, Blues und Swing, die Vorbilder heissen Duke Ellington, Bessie Smith, The Boswell Sisters, Sol Hoopii und King Nawahi.

Auch auf diesem neuen Album wurde die bewährte Mischung beibehalten, sogar ein Medley aus dem deutschen Filmklassiker „Der Blaue Engel“, in deutsch gesungen, ist unter dem Titel „Blue Angel Medley“ mit dabei.

Beim Sound der Hawaiian Steel Guitar ist allerdings im Vergleich zu früheren CDs ein gravierender Unterschied zu registrieren. Hatte der frühere Steel- Gitarrist Mike Neer noch auf einer sehr alten National Ganzmetall- Gitarre aus den 20er Jahren gespielt mit konvexem Resonator, der für einen lauten strahlenden Klang verantwortlich ist, so spielt der neue Steeler, Mark Deffenbaugh, auf einer Steel-Guitar mit Holzkorpus, vermutlich einer Dobro mit konkavem Resonator, der etwas leiser und näselnder klingt. Und da Deffenbaugh im Gegensatz zu Neer, die langen Slides bevorzugt, während Neer oft die kurzen Stakkatos bevorzugt hat, wirkt der Sound auf dieser neuen Produktion insgesamt etwas weicher, vielleicht sogar etwas weniger authentisch, da die meisten Hawaiianer wie auch die schwarzen Bluesinterpreten früher der National Steel den Vorzug gegeben hatten.

Dennoch, wer guten Hawaiian Swing, Love Songs und Blues liebt, der ist mit dieser neuen CD der „Moonlighters“ bestens bedient. Ausser Bliss Blood (Gesang, Ukulele) und Mike Deffenbaugh (Steel Guitar) sind mit dabei Cindy Ball (Gesang, Gitarre) und Peter Maness (Bass).

Walter Fuchs