The Steeldrivers „The Steeldrivers“ Rounder 0598-2

Blue Side Of The Mountain/ Drinkin’ Dark Whiskey/ Midnight Train To Memphis/ Midnight Tears/ If You Can’t Be Good, Be Gone/ If It Hadn’t Been For Love/ Hear The Willow Cry/ Sticks That Made Thunder/ East Kentucky Home/ To Be With You Again/ Heaven Sent

Was sich so in jüngster Zeit an neuen Bands aus dem Bluegrass/Old Time-Bereich präsentiert ist atemberaubend und sensationell. Das beweist, dass diese Musik lebt, sich bewegt, entwickelt und vorwärts drängt. Um nur ein paar Namen zu nennen: Old Crow Medicine Show, Uncle Earl, The Lovell Sisters, Crooked Still, The Infamous Stringdusters und nun auch noch The Steeldrivers. Diese neue Formation ist buchstäblich „mit dem Mitternachtszug auf dem Weg nach Memphis“, das heisst sie bringt Bluegrass aus Nashville in noch engeren Kontakt mit dem Blues aus Memphis. „Rhythm & Bluegrass“ könnte man diese Musik vielleicht sogar salopp nennen, produziert von einer sehr experimentierfreudigen Band. Die Hochgeschwindigkeit, die den Zuhörer in vielen Bluegrassnummern oft erwartet, ist etwas gedrosselt und beim Leadgesang lässt manchmal Ray Charles, dann wieder sogar ein gewisser Tom Waits grüssen. Angerauhter, ja sogar gutturaler Gesang, wo hat es das im Bluegrass schon gegeben? Von High Lonesome über Low Lonesome jetzt zu Sandpaper Lonesome. Der Gitarrist und Sänger Chris Stapleton ist für diesen bluesigen und knurrenden Gesang verantwortlich. Dazu kommt die Sängerin und Fiddlevirtuosin Tammy Rogers, Mike Henderson an der Mandoline, der Bassist und Sänger Mike Fleming und der Maestro des 5-String-Banjos Richard Bailey. Die 11 Songthemen sind „down to earth“ und mitten im Alltag des sprichwörtlichen „hardworking man“ angesiedelt. Doch trotz starker Bluesbetonung der Sänger und Instrumentalisten, bleibt die Musik der Steeldrivers immer Bluegrassmusik vom Feinsten, nur eben etwas anders und genau dies macht den Reiz und den Charme dieser Debut-CD aus. Man darf auf die Bluegrass-Awards des Jahres 2008 gespannt sein.

Walter Fuchs