The Coal Porters „Turn The Water On, Boys!“ Prima SID020

Final Wild Son/ Mr. Guthrie/ The Sound Of Life/ Adam & Evil/ Behind My Eyes/ Silver Raven/ Tea & Tobacco/ Butterfly Hearts/ These Four Walls/ Here In The Dock/ Fox Ate My Shoe/ A Light From The Mountains

Nach fast dreijähriger Pause endlich mal wieder ein Lebenszeichen von den Coal Porters in Form eines neuen Albums, des siebten dieser Gruppe. Der in Kentucky geborene Sänger, Mandolinenspieler und Autoharpvirtuose Sid Griffin dürfte vielen Fans noch bekannt sein von seiner früheren Band „The Long Ryders“. In England hat er dann „The Coal Porters“ gegründet, eine Band, die sich laut Aussage von Griffin einer „Alternativen Bluegrass Musik“ widmet und mit der er sich einen Traum erfüllt hat. Im Vereinigten Königreich ist Sid Griffin mit seinen Coal Porters längst etabliert als ein „Acoustic Roots Music Act“. Auf dem Flyer der deutschen Vertriebsfirma erfährt man, dass die Coal Porters für Bluegrass genau das tun, was einst The Pogues für die irische und Los Lobos für die mexikanische Musik erreicht haben: nämlich das Genre derart zu modernisieren und von musikalischen Abziehbildern zu befreien, ohne die ursprüngliche Power, das Tempo und die Dichte eines Bluegrass Ensembles zu zerstören. Soweit so gut. Auch dieses 7. Album der Coal Porters bietet wieder interessantes altes wie auch neues Songmaterial, darunter eine respektvolle Hommage an Woody Guthrie, doch weder so bekannte Studiogäste wie Chris Hillman oder Rick Townend gelingt es, den doch etwas penetranten Skiffle-Rhythmus zurückzudrängen. Der Gesang von Fiddler Gemma White und die Gitarre von Neil Robert Herd drücken der Gruppe doch einen ganz besonderen „Britischen Folk Touch“ auf. In England mag die Gruppe erfolgreich sein, ob sie auf dem europäischen Festland oder gar in den USA ihre Fans findet, bleibt abzuwarten. Zu viele fantastische alternative Bluegrass Bands haben in den vergangenen Jahren bereits in den USA die Szene begeistert und haben mit echten neuen Ansätzen und Ideen ihr Publikum gefunden. Ob die Coal Porters dies mit ihrem leicht angestaubten Skiffle-Sound und ihrer 7. CD schaffen, bleibt abzuwarten.

Walter Fuchs