Hank Snow „Snow On The Tracks“ Bear Family BCD 16427

Big Wheels/ The Last Ride/ The Streamlined Cannonball/ Ghost Trains/ Pan American/ Southbound/ Way Out There/ Chattanooga Choo Choo/ The Wreck Of The Number Nine/ Lonesome Whistle/ The Crazy Engineer/ I’m Movin’ On/ The Golden Rocket/ The Wreck Of The Old 97/ One More Ride/ The Atlantic Coastal Line/ Silver Rails/ Come The Morning/ Duquesne, Pennsylvania/ Fireball Mail/ Canadian Pacific/ I’m Movin’ In/ Folsom Prison Blues/ That Same Old Dotted Line/ Casey Jones Was His Name/ Wabash Cannonball/ The Train My Woman’s On/ The Engineer’s Child/ Lonely Train/ Crack In the Boxcar Door/ The City Of New Orleans/ The Texas Silver Zephyr

Hank Snow “Under Western Skies” Bear Family BCD 16428

The Man Who Robbed The Bank At Santa Fe/ The Man Behind The Gun
(Town Of) Laredo/ The Queen Of Draw Poker Town/ El Paso/ ‘Cross The Brazos At Waco/ Patanio, The Pride Of The Plains/ Cowhand’s Last Ride/ Ridin’ Home/ Heart Break Trail/ Cool Water/ Tumbling Tumbleweeds/ Texas Plains/ Chant Of The Wanderer/ On The Rhythm Range/ Following The Sun All Day/ The Wayward Wind/ Patanio, The Pride Of The Plains/ Prisoned Cowboy/ The Texas Cowboy/ Riding Along, Singing A Song/ Blue Ranger/ My Sweet Texas Bluebonnet Queen/ Out On The Open Range/ Yodeling Ranger/ Yodeling Cowboy/ San Antonio Rose/ I’m Coming Home-Song Of The Saddle/ That Pioneer Mother Of Mine/ Texas Plains/ Chant Of The Wanderer

Hank Snow “Snow In Hawaii” Bear Family BCD 16429

Hula Love/ Beyond The Reef/ On The Beach At Waikiki/ Hawaiian Sunset/ My Little Grass Shack In Kealakekua, Hawaii/ Tradewinds/ Don’t Sing Aloha When I Go/ Blue For Old Hawaii/ Hawaiian Cowboy/ To You Sweetheart, Aloha/ Cry My Guitar, Cry On/ Oahu Rose/ Dreamer’s Island/ Bluebird Island/ On That Old Hawaiian Shore With You/ Everybody Does It In Hawaii/ Tears In The Tradewinds/ Pearly Shells/ Now Is The Hour/ Hula Love/ Everybody Does It In Hawaii/ Hula Rock/ A Message From The Tradewinds/ Hilo March/ Sing Me A Song Of The Islands/ Bluebird Island/ Under Hawaiian Skies/ My Kalua Sweetheart

Hank Snow “Snow South Of The Border” Bear Family BCD 16430


Spanish Fire Ball/ Nuevo Laredo/ Adios Amigo/ Caribbean/Maria Elena/ Vaya Con Dios/ Blue Rose Of The Rio/ Cuba Rhumba/ Senorita Rosalita/ The Rhumba Boogie/ Rose Of Old Monterey/ Jamaica Farewell/ Vaya Con Dios/ My Adobe Hacienda/ Limbo Rock/ Poison Love/ The Seashores Of Old Mexico/ The Mysterious Lady From St. Martinique/ Jamaica Farewell/ When Mexican Joe Met Jole Blon/ Panamama/ El Rancho Grande/ My Sweet Conchita/ Vaya Con Dios/ New Spanish Two Step/ Calypso Sweetheart/ La Cucaracha/ Rose Of The Rio/ Sleepy Rio Grande/ The Rhumba Boogie/ Spanish Fireball/ Cuba Rhumba/ Caribbean

Man muss sich mit dem Repertoire von Hank Snow nicht besonders gut auskennen, um bereits nach kurzem Studium seiner Diskografie festzustellen, der Mann hatte mindestens 4 Lieblingsthemen: Eisenbahnsongs, Western Songs, Hawaiian Songs und Songs mit lateinamerikanischem Flair. Die Tradition der Trainsongs hatte er wohl von seinem grossen Vorbild Jimmie Rodgers übernommen und auf seine Art weitergeführt. Schliesslich hatte Snow seine grössten Erfolge mit den Eisenbahnthemen, man denke nur an „I’m Movin’ On“ (1950 stand er damit 21 Wochen auf Platz 1 der Country Charts) oder an „The Golden Rocket“ (1950 für 2 Wochen auf Platz 1). Die übrigen Lieblingsthemen sind landschaftlich begründet, denn Hank Snow, der Sänger aus Nova Scotia/Canada, war ganz offensichtlich schon früh fasziniert von weitentfernten Gegenden, die viel Raum für Romantik offerierten: der Westen, die hawaiianischen Inseln sowie Latein-Amerika.

Bear Family Records hat sich nun entschlossen, jedem der 4 genannten Hank Snow Lieblingsthemen ein komplettes Album zu widmen. Dabei umging man in den meisten Fällen bewusst die alten Original-Versionen aus den 50er Jahren, da man damit rechnete, dass diese bereits in den Regalen der meisten Snow-Fans stehen. Statt dessen stürzte man sich bei den Railroadsongs in erster Linie auf zwei Themenalben: „Railroad Man“ (1963) und „Tracks And Trains“ (1971) und mischte sie mit diversen Trainsongs von anderen Alben aus den Jahren 1960 und 1970. Insgesamt sind diese Songs moderner arrangiert, als die Snow-Originale aus den 50er Jahren. Schliesslich hatte ab Ende der 50er der sogenannte „Nashville Sound“ die Country Music Szene fest im Griff. Dennoch sind die meisten Songs, vor allem jene, die Snow zum ersten Male eingespielt hat, wie zum Beispiel „Come The Morning“, „The Texas Silver Zephyr“, „Casey Jones Was His Name“ oder „Silver Rails“ von einmaliger Schönheit. Wer Sinn für die faszinierende Welt der Railroad-Songs hat, muss dieses Album haben.

Bei „Under Western Skies“ sieht es etwas anders aus. Mittelpunkt ist auch ein Album, das Hank Snow seinen Freunden, den Sons Of The Pioneers, gewidmet hatte mit Western Songs aus deren Repertoire. Es hiess “Heartbreak Trail“, veröffentlicht 1965 und gehörte zu seinen recht gut verkaufenden Themen-Alben. Der Rest stammt von bemerkenswerten Singles wie „The Man Who Robbed The Bank At Santa Fe“ (1963 Top Ten), “The Man Behind The Gun“ (1960) oder „The Queen Of Draw Poker Town“ (1965). Ein paar Western Songs, die verstreut auf Snows Alben auftauchten ergänzen die ausgewählten Songs aus den 60er Jahren.

Etwa ein Drittel aller auf diesem Album erfassten Western Songs stammen aus den Jahren 1936 bis 1956, sind also ausgesprochene Snow-Klassiker. „Prisoned Cowboy“ z. B. stammt von Hank Snows erster Schallplatte, aufgenommen 1936 in Montreal/Canada. Auch “The Texas Cowboy”, “Riding Along, Singing A Song”, “My Sweet Texas Bluebonnet Queen” und “Out On The Open Range” stammen aus Snows kanadischer Zeit, den 30er und 40er Jahren.

Der Klassiker “Blue Ranger”, aufgenommen am 22. Dezember 1944, wird in dieser Version zum ersten Male bei Bear Family Records veröffentlicht. Es ist jene Version, die alle Hank Snow Freunde kennen, angefangen von seinen alten kanadischen 78er Schellackplatten, über diverse Sampler-LPs bis hin zu seinen Camden-Alben. Bei jener Version von „Blue Ranger“ die auf der Bear Family CD- Box „The Yodelling Ranger – The Canadian Years 1936-1947“ zu finden ist, handelt es sich um einen ganz seltenen Take, eine Rarität, die damals Richard Weize ganz offiziell von RCA in die Hände gespielt wurde. Und obwohl es laut der offiziellen Diskografie nur eine Matrizen-Nummer zu „Blue Ranger“ gibt, existieren mit 100% Sicherheit mindestens 2 Blue Ranger-Versionen. Neben ein paar musikalischen Indizien ist der Hauptunterschied in einem etwas unterschiedlichen Text zu finden. In der bekannten Version, die eben jetzt auf dieser neuen CD veröffentlicht wird, singt Hank Snow „On The Lone Prairie, Things Are So Contrary“, während es sich auf jener Version aus der CD-Box so anhört: „On The Lone Prairie, Things Are Quite Contrary“. Also, wer die CD-Box bereits besitzt und eine Komplettierung seiner Sammlung anstrebt, der kommt an dieser vorliegenden neue CD nicht vorbei.

Bei „Snow In Hawaii“ handelt es sich um ein ganz delikates Werk, schliesslich sind sehr viele Country Musik Freunde, nicht zuletzt aufgrund der Hawaiian Steel Guitar, auch der Hawaiian Music nicht abgeneigt. Das Thema „Hawaii“ hatte Hank Snow ja schon sehr früh fasziniert, denn schon bei seiner zweiten Aufnahmesitzung, im November 1937, sang er den selbstgeschriebenen Song „Blue For Old Hawaii“.

Im Mittelpunkt dieses Albums steht Hank Snows Hawaiian Album aus dem Jahre 1966 „Snow In Hawaii“ ergänzt durch Songs und Instrumentals von diversen Singles und Alben aus den 50er, 60er und 70er Jahren. Besonders hervorzuheben der „Hula Rock“, ein Top Ten Hit von 1956 und Snows Eigenkomposition „A Message From The Tradewinds“ von 1952. Snow wurde zum Schreiben dieses Songs einst angeregt durch das Bild eines Hawaii-Mädchens an der Wand eines Hotelzimmers. Er war so fasziniert davon, dass er es kurzerhand in seinen Koffer packte und mit nach Hause nahm. So entstand wenig später ein weiterer Hawaiian-Song im Repertoire des „Singing Ranger“.

Zum Abschluss war auf der CD noch Platz für zwei Hawaii-Nummern aus Snows frühem Repertoire: „Under Hawaiian Skies“ (1941) und „My Kalua Sweetheart“ (1945), beides Hank Snow Eigenkompositionen.

Wer Hawaii-Musik liebt, ob verträumt, rockig oder swingend, der ist mit diesem Album bestens bedient.

1950, als die Pop Musik Szene mit lateinamerikanischen Mambos und Sambas flirtete und die Country Music Szene voll auf die Boogie Woogies abfuhr, da erwartete Hank Snows RCA-Label einen Nachfolgehit auf „I’m Movin’ On“, der hoch in den Charts stand. Snow schrieb daraufhin den „Rhumba Boogie“, mit dem er die zwei musikalischen Trends, Latin American und Boogie Woogie, koppelte und damit einen weiteren Riesenhit schaffte. 1951 stand er mit dieser „Hybride“ 8 Wochen lang an der Spitze der Country Charts.

Aufhänger auch dieser CD ist ein Konzeptalbum von 1967 mit dem Titel „The Spanish Fireball“, auf dem man zahlreiche Neuaufnahmen früherer Snow-Originals findet. Dass diese neuen Versionen den hohen künstlerischen Standard der Originale nicht erreichen liegt am „Nashville Sound“ und muss als Zeitdokument in Kauf genommen werden. Fantastisch dagegen die Instrumentalnummer „Limbo Rock“, ein Duett mit Chet Atkins. Knapp die Hälfte aller 33 Songs auf dieser CD stammt dagegen aus Snows Repertoire aus den goldenen 50er Jahren, Songs von diversen LPs und Singles, die Snows Affinität zum lateinamerikanischen Feeling offenbaren. Ganz fantastisch „My Sweet Conchita“, „When Mexican Joe Met Jole Blon“ „Calypso Sweetheart“, „Spanish Fireball“, „Caribbean” und dazu noch die Original-Hitversion des “Rhumba Boogie” von 1950. In all diesen Stücken kommt Snows ganz eigener Gitarren-Flatpickin’ Stil voll zur Geltung.

Eine einzige originäre Aufnahme aus den 40er Jahren rundet diese Latin-Zusammenstellung ab, der Song „Rose Of The Rio“ von 1943, auch dieser Titel, wie könnte es anders sein, von Hank Snow selbst geschrieben.

Walter W. Fuchs