Uncle Earl „Waterloo, Tennessee“ Rounder 0577-2

Black-Eyed Susie/ The Last Goodbye/ One True/ Wish I Had My Time Again/ My Little Carpenter/ My Epitaph/ Buonaparte/ Bony On The Isle Of St. Helena/ Sisters Of The Road/ Streak O’Lean, Streak O’Fat/ D & P Blues/ The Birds Were Singing Of You/ Wallflower/ Drinker Born/ Easy In The Early (‘Til Sundown)/ I May Never

Die Zeit scheint wieder reif zu sein für die Old Time Music, für jene traditionelle amerikanische Musik, aus der sich in den 40er Jahren die Bluegrass Music entwickelt hatte. Und plötzlich sind sie wieder da, die Old Time Bands und kommen sogar bei einer ganz neuen, sehr jungen Generation extrem gut an, schliesslich wird diese Musik, die jahrzehntelang als „altmodisch“ und total „out“ verschrien war, von ganz jungen Leuten präsentiert mit einer Intensität, Virtuosität und Expressivität, die auch den letzten Zweifler überzeugen muss. Hier wird etwas aus der Schublade geholt, entstaubt, mit neuen Zutaten versehen und frisch serviert.

Und tatsächlich muss man sich jetzt bei der Vielzahl neuer Old Time Bands bemühen, um nicht die Übersicht zu verlieren. Zu den bereits etablierten Gruppen wie „The Crooked Jades“ oder „The Old Crow Medicine Show“ kommen „The Lovell Sisters“, „The Infamous String Dusters“ und „Uncle Earl“, ein Damen Quartett, das jetzt eben sein zweites Album bei Rounder Records präsentiert, eine CD, die vom ersten bis zum letzten Ton überzeugt, dank der Vitalität und Vielseitigkeit der vier jungen Musikerinnen. Egal ob Solo- oder Harmoniegesang, A-cappella-Chor oder Instrumentalstücke, immer klingt die Musik so, als hätten die Akteurinnen die „Alten Zeiten“ noch erlebt. Traditionals, Songs aus den Federn von Ola Belle Reed, A.P.Carter und Bob Dylan wechseln ab mit Neukompositionen der Bandmitglieder, die aus Nashville/Tennessee, Lyons/Colorado, Asheville/North Carolina und Cape Breton Island kommen. Besonders ergreifend der „D & P Blues“ (Drinking & Promiscuity Blues) und der Sacred Song „Easy In The Early“.

„Uncle Earl“, die sich auch gerne als „the g’Earls“ bezeichnen, das sind im einzelnen: Kristin Andreassen, Gesang, Gitarre, Fiddle, Banjo-Ukulele; Rayna Gellert, Gesang, Fiddle; KC Groves, Gesang, Mandoline, Gitarre, Mandola; Abigail Washburn, Gesang, Banjo.

Nach dem Uncle Earl Debut-Album „She Waits For Tonight“ aus dem Jahre 2005, ebenfalls bei Rounder Records erschienen, jetzt also „Waterloo, Tennessee“, ein Album der Spitzenklasse.

Walter Fuchs