„Snow On Christmas“ Bear Family BCD 16980

White Christmas/ A Letter To Santa Claus/ Nestor, The Long Eared Christmas Donkey/ Little Stranger (In A Manger)/ Christmas Roses/ Silent Night/ C-H-R-I-S-T-M-A-S/ White Christmas/ Blue Christmas/ The Reindeer Boogie/ Frosty, The Snowman/ Christmas Wants/ Rudolph, The Red Nosed Reindeer/ God Is My Santa Claus/ The Christmas Cannonball/ Christmas Roses/ Silent Night/ Frosty, The Snowman/ The Reindeer Boogie/ Blue Christmas/ White Christmas

Die Produktion von Weihnachtsalben ist risikoreich, denn die Vorweihnachtszeit ist relativ kurz. Danach belastet die nichtverkaufte Ware die Lagerhaltung bis zur kommenden Saison und wer weiss, was dann passiert. Dennoch hat in den USA jeder erfolgreiche Country Künstler immer wieder gesteigerten Wert darauf gelegt, sein „Christmas Album“ zu veröffentlichen. Von Hank Snow gab es trotz seiner 45-jährigen Karriere bei RCA dennoch nur ein Weihnachtsalbum, eine EP und ein paar Singles, sowie den einen oder anderen Beitrag für eine Sampler-Produktion. Natürlich lag das daran, dass die erste Hälfte seiner Schallplattenkarriere in die Zeit der Singles fiel, der 78er Schellackplatte und der 45er Vinylscheibe.

Bear Family Records hat nun fürs Weihnachtsfest 2007 alle Christmas-Songs von Hank Snow auf einem Album veröffentlicht. Dabei hat man nicht nur an die übliche Laufkundschaft gedacht, sondern auch an den speziellen Sammler. Wie sonst wäre es möglich, dass man 3 Mal „White Christmas“ zu hören bekommt und jeweils 2 Mal „Blue Christmas“, „Christmas Roses“, „Frosty, The Snowman“, „Silent Night“ und den „Reindeer Boogie“.

Die ältesten Einspielungen, 1953 mit den „Rainbow Ranch Boys“, wurden seinerzeit auf einer EP veröffentlicht und waren dann jahrzehntelang als „Collectors Items“ eingestuft. Diese Aufnahmen gehören auch mit zu den authentischsten und künstlerisch wertvollsten. Hank Snow’s Christmas Album wurde dann 1966 produziert, in jener Zeit, als der berüchtigte „Nashville Sound“ die Music City USA fest im Griff hatte und die grossen Stars mit ihren eigenen Bands nicht mehr in die Studios durften. Den Sound erledigten routinierte Studiomusiker und gemischte Chöre, Musiker aus den eigenen Bands fanden nur noch in Ausnahmefällen Zutritt. Das, was früher einmal originell und mit einem gewissen Charme verbunden war, wurde glatt gebügelt, wurde zur Massenware.

Dennoch, auch wer dieses Album nicht nur zu Studienzwecken oder zur Komplettierung seiner Hank Snow Sammlung benutzt, kann seine Freude daran haben. Da ist immer Hank Snow’s wunderbare, ausdrucksstarke Stimme und ab und zu auch seine herrlichen Gitarrensoli. Aber letztendlich registriert man bei den diversen Aufnahmen zwischen 1953 und 1975 immer wieder den Zeitgeist. Vielleicht wäre man glücklicher, wenn einem der Vergleich derselben Songs aus verschiedenen Epochen erspart geblieben wäre.

Man kann es aber auch so sehen: Bear Family veröffentlicht Hank Snow’s altes Christmas Album „Christmas With Hank Snow“ und packt noch ein paar Raritäten dazu.

Deshalb „Frohe Weihnachten“, „Merry Christmas“ oder „Mele Kalikimaka“.

Walter Fuchs