13.08.2007

Eine lauschige Bluegrass-Nacht

Night Run untermauerte ihren guten Ruf am Samstag beim Museumsfest in Renchen

Einen entspannten Abend bescherte die Bluegrass-Band Night Run den Besuchern am Samstag beim Museumsfest in Renchen. Der Platz vor dem Museum erwies sich als ideal für die Präsentation dieser Musik.

Von: Michael Müller

Renchen. Ein lauschiger Sommerabend, ein hübsch illuminierter Museumsvorplatz, freier Eintritt, entspannte Besucher und dazu akustische Country-Klänge – es passte alles zusammen beim Auftritt der Bluegrass-Band Night Run am Samstag beim Museumsfest in Renchen. Ein wenig »gute alte Zeit«-Nostalgie lag über dem Platz: So ähnlich muss es gewesen sein, als sich in den 30er und 40er Jahren, als es noch kein Fernsehen gab, in den USA die Farmer der Umgegend abends nach getaner Arbeit zum zünftigen Beisammensein trafen und sich von einer Live-Band unterhalten ließen.

Lockerer Rahmen

Das ist der Rahmen, in der die mit scheinbarer Leichtigkeit aus dem Handgelenk geschüttelte Bluegrass-Musik eigentlich zu Hause ist. Und bei allen Verdiensten, die sich das Bühler Bluegrass-Festival inzwischen erworben hat in dem Bemühen, Bluegrass als ernst zu nehmende Kunstform zu präsentieren – die Atmosphäre im dortigen Bürgerhaus hat immer auch etwas Steifes, was dieser Musik eigentlich gar nicht eigen ist.

Auch Night Run haben bereits beim wohl inzwischen renommiertesten Bluegrass-Festival Deutschlands ihre Visitenkarte abgegeben – und wenn man weiß, welchen Wert die Festival-Macher auf Qualität legen, dann dürfen sie sich das durchaus als Ehre anrechnen. Denn dass sie was können, zeigte sich auch am Samstag in Renchen erneut.

Die Band besteht zwar erst seit 1998, aber ihre Mitglieder sind allesamt erfahrene Genre-Veteranen. Und so können sie es sich auch leisten, mit einem »Aushilfs-Bassisten« zu kommen: Da Wolfgang Striebinger wegen eines kaputten Knies im wahrsten Wortsinne nicht »auftreten« konnte – einen Kontrabass kann man bekanntlich nun mal nicht im Sitzen zupfen – musste Thomas Kärner einspringen. In dieser Besetzung hatten die Musiker noch nie zuvor geprobt – und doch schien es, als sei Kärner schon immer dabei gewesen. Er schaltete sich sogar das eine oder andere mal in die straffen Gesangsharmonien ein – Chapeau!

Night Run verschmelzen Genre-Klassiker, neuere Songs und auf Bluegrass gebürstetes genre-fremdes Material wie den Monkees-Hit »I’m a Believer« zu einem schnurrigen Repertoire. Vielleicht fehlen die ganz spektakulären Momente, doch »Little Mountain Girl«, ein ruhiges Liebeslied zum sich-fallen-Lassen, das rasante »Paint This Town« oder die düstere Moritat »The Long Black Veil« sind aller Ehren wert.

Ohne zu dozieren

Doch bei aller Konzentration im Spiel trafen sie stets den Ton, der dem entspannten Ambiente angemessen war: Sie dozierten und belehrten nicht, sondern streuten auch mal das eine oder andere Witzchen ein – und doch waren sie immer mit dem nötigen Respekt und Ernsthaftigkeit bei der Sache.

Ein Abend, der rundum Spaß machte.