Jimmy Arnold „Riding With Ol Mosby“ Rebel 7513

Little Rock Getaway/Panhandle Rag/The Entertainer-Maple Leaf Rag/My Home’s Across The Blue Ridge Mountains/Rainbow Ride/Doing My “Thang”/Boarman’s Way/M Street Rag/If/Jesse James/Swanee River/Doc Harris’ Hornpipe/Travis Blues/Tommy Jarrell/General Lee/Wildwood Casket/Bye Bye Blues

Jimmy Arnold, Sänger, Fiddler, Gitarrist, Banjospieler, Dobrovirtuose und sogar Mundharmonikaspieler, kurz ein Multiinstrumentalist, war in den 70er und 80er Jahren in Bluegrass-Kreisen ein geachteter Künstler, der bei Rebel Records 4 hervorragende Alben eingespielte. Sein reifstes Werk war ein Bürgerkriegs-Konzept-Album mit dem Titel „Southern Soul“. Auch als Sessionmusiker und Bandmitglied war Arnold immer gefragt. Er spielte mit Cliff Waldron, Charlie Moore, Keith Whitley und Mike Auldridge. Sein Banjo- wie auch sein Gitarrenspiel war beeinflusst von den grossen Ragtime-Pianisten und Ragtime-Banjospielern. Leider war Jimmy Arnold schon recht früh dem Alkohol verfallen, sodass er in der Musikszene nicht mehr tragbar war. 1984 zog er sich deshalb zurück und eröffnete einen Tattoo-Laden, wurde drogenabhängig, begann sogar mit dem Drogenhandel und wurde deshalb zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach einer Entziehungskur war er dann zwar „clean“, doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends, er achtete nur noch wenig auf sein Äusseres und starb 1992 an Herzversagen. Der hochbegabte Ausnahmekünstler war nur 40 Jahre alt geworden.

Nun hat Rebel Records tief in die Archivkiste gegriffen und insgesamt 17 Titel auf einem neuen Album veröffentlicht. 7 stammen vom ersten Rebel Album „Strictly Arnold“ von 1974, 4 aus dem Album „Rainbow Ride“ von 1982, 3 aus dem Civil War Album „Southern Soul“ von 1983 und bei 3 Titeln handelt es sich um bisher unveröffentlichtes Material. Bei fast allen Stücken handelt es sich um Instrumentals, teils swingend, teils raggy arrangiert, und man stellt sich die Frage, ob nun die Gitarre oder das Banjo sein Lieblingsinstrument war, denn selbst das 5-String-Banjo brachte Jimmy Arnold zum swingen. Merkwürdig, dass man bei der Zusammenstellung das Album „Guitar“ aus dem Jahre 1977 aussen vor gelassen hat und bedauerlich dass so wunderbare Nummern wie „Charmaine“ oder „Gemini“ aus dem 74er Album unberücksichtigt blieben. Dennoch, das Album erinnert schmerzlich an den grossartigen Musiker Jimmy Arnold, der heute fast vergessen scheint und der wie so viele Genies vor ihm, erinnert sei an Jimmie Rodgers, Hank Williams oder Bix Beiderbecke, sein Leben schneller gelebt hat als andere. Dank an David Freeman für die Zusammenstellung.

Walter Fuchs