James Talley

„Got No Bread, No Milk, No Money,

But We Sure Got A Lot Of Love”

30th Anniversary Edition

“Thanks for the songs you have written and recorded; especially for the “Got No Bread…” album I had back in ’75. The title track from that album has played in my memory for thirty years through good times and bad. Always bringing me hope that “this too shall pass”. Three kids and one grandchild later, it plays on.”

Diese Zeilen schrieb eine gewisse Mary McCollum am 12.Juli 2005 an James Talley, einen der begabtesten Singer/Songwriter unserer Zeit. Sie schrieb diese Zeilen ziemlich genau 30 Jahre nach der Veröffentlichung von Talleys erstem Album bei Capitol Records 1975 und die Zeiten haben sich seit damals kaum verändert, und wenn, dann eher zum Schlechteren. Die grossen Plattenfirmen versuchen noch immer „Rock and Schlock“ als Country zu verkaufen, obwohl man genau so gut Qualität verkaufen könnte, doch dafür wäre der Aufwand vielleicht etwas grösser und davor scheut man zurück. James Talley hatte sein Debut-Album bereits 1973 produziert zusammen mit Musikern wie Johnny Gimble, Doyle Grisham, John Hiatt, Karl Himmel, Steve Mendell und vielen anderen. 1974 liess er 1000 Promo-Exemplare für sein eigenes Torreon Label pressen und dann folgte seine Sternstunde. Er traf mit dem Produzenten Don Law, damals Vize-Präsident der Country Abteilung von Capitol Records, zusammen. Don Law, ein Mann mit Sinn für Qualität war von der Produktion begeistert und so kam es 1975 zur Veröffentlichung des ersten Capitol-Albums von Talley: „Got No Bread, No Milk, No Money, But We Sure Got A Lot Of Love“.

Capitol Records stand voll und ganz hinter der Produktion und förderte den neuen Künstler so gut es ging. Ein Interview, das Mike Hanes, der Direktor von

WKDA in Nashville, mit James Talley geführt hatte, wurde auf LP gepresst und an die Radio Stationen verschickt. Doch schon dieses erste offizielle Interview barg Sprengstoff, denn Talley kritisierte offen und unbekümmert das Musikestablishment in Nashville, die Plattenfirmen genau so wie die Radio Stationen. Bis 1977 produzierte James Talley noch 3 weitere Alben für Capitol, dann wars vorbei. Obwohl seine Kompositionen von Stars wie Alan Jackson, Johnny Cash, Gene Clark und Johnny Paycheck gesungen wurden, Ex-Präsident Jimmy Carter und Star-Columnist Chet Flippo zu seinen Fans gehören, ist Talley bis heute ein Insider-Tipp geblieben, ein Genie, das seine Produktionen seit Ende der 90er Jahre auf dem eigenen Cimarron-Label veröffentlicht und sich nach wie vor zu seinen musikalischen Wurzeln bekennt, zu Jimmie Rodgers, Bob Wills und Woody Guthrie. Und nach wie vor kritisiert er kompromisslos das Musikestablishment von Nashville, doch dieses Establishment hat ein langes Gedächtnis und so ist zu befürchten, dass James Talley bis ans Ende seiner Tage als Häuser- und Grundstücksmakler arbeiten muss. Doch irgendwann in ferner Zukunft werden seine Songs von Musikwissenschaftlern ausgegraben werden und er wird als einer der ganz Grossen des Genres in die Geschichte der Country Music eingehen.

Gerade noch zum Ende des Jubiläumsjahres 2005 hat James Talley jetzt seine „30th Anniversary Edition“ veröffentlicht, die 2 CDs beinhaltet. Zum einen sein erstes Album für Capitol aus dem Jahre 1975 „Got No Bred, No Milk, No Money, But We Sure Got A Lot Of Love“ und zum anderen das Interview mit Mike Hanes vom 05. Mai 1975. Dazu ein wunderbar gestaltetes dickes Booklet mit Talleys Lebensgeschichte und zahlreichen Fotos.

Walter Fuchs

James Talley mit Ehefrau Jan zusammen mit
U.S.Präsident Jimmy Carter und dessen Ehefrau Rosalynn beim Empfang im Weißen Haus.


Got No Bred, No Milk, No Money,

But We Sure Got A Lot Of Love

30th Anniversary Edition

Cimarron CIM 1001

1. W.Lee O’Daniel and the Light Crust Dough Boys

2. Got No Bred, No Milk, No Money, But We Sure Got A Lot Of Love

3. Red River Memory

4. Give Him Another Bottle

5. Calico Gypsy

6. To Get Back Home

7. Big Taters in the Sandy Land

8. No Opener Needed

9. Blue Eyed Ruth and My Sunday Suit

10. Mehan, Oklahoma

11. Daddy’s Song

12. Take Me to the Country

13. Red River Reprise

1. Interview mit Mike Hanes/WKDA Nashville