Professor Dr. Charles K.Wolfe ist tot

Am Donnerstag, 09.Februar 2006, starb im Alter von 62 Jahren Dr. Charles Wolfe an den Folgen von Diabetes. Mit Charles Wolfe verliert die Country Music Szene einen der besten Kenner dieser Musik, der er sich mit Leib und Seele gewidmet hatte. Zahlreiche Abhandlungen, Broschüren und Bücher zeugen von seinen Kenntnissen, die er mit wissenschaftlicher Gründlichkeit publiziert hatte.

Wolfe arbeitete an der Middle Tennessee State University, Murfreesboro, Tennessee im „English Department“ und hielt Vorlesungen in amerikanischer Folklore, Science Fiction und populäre Kultur. Er war Herausgeber der „Tennessee Folklore Society Quarterly“ und Mitherausgeber der „Studies in Country Music“. Spezialisiert war er auf die Entwicklungsgeschichte der Country Music, vor allem der frühen Geschichte der Grand Ole Opry. Zu seinen herausragenden Büchern gehören Werke wie „Grandpa Jones – Everybody’s Grandpa“, „The Grand Ole Opry – The Early Years“, „Mahalia Jackson – Gospel Singer“, „Lefty Frizzell – Life’s Like Poetry“, „DeFord Bailey – A Black Star In Early Country Music“, „The Civil War Music“, „The Story Of The Louvin Brothers“, „The Life And Legend Of Leadbelly”, “The Carter Family – In The Shadow Of Clinch Mountain” und ein grossartiges Werk über Uncle Dave Macon. Die Veröffentlichung von zwei neuen Büchern konnte Wolfe leider nicht mehr erleben: “The Music Of Bill Monroe” (mit Neil Rosenberg) und “The Bristol Sessions” (mit Ted Olson). Charles Wolfe war mit zahlreichen Awards geehrt worden, unter anderem von der International Bluegrass Music Association und seine Album Notes waren drei Mal für Grammys nominiert.

Im Mai 1982 hatte ich das Vergnügen, einen Abend mit Charles Wolfe in seinem Haus in Murfreesboro zu verbringen und habe ihn als einen angenehmen Freund und Gesprächspartner in bester Erinnerung.

Walter Fuchs