V.A. „Autoharp Legacy“
The Bowers Arts in the Woods CR 0236-2

Disc 1:

John Hollandsworth & Sam Bush: Listen To The Mockingbird/ Bonnie Phipps: Megan Morgan/ Neal Walters: Goin’ To Italy/ Will Smith: End Of The World/ Mike Seeger: Sailor On The Deep Blue Sea/ Bryan Bowers: Cran Ull/ Tom Chapin & John McCutcheon: Autoharp-O-Holic/ Ron Wall: Snowshoes/ David Holt & Ron Wall: The Train That Carried My Girl From Town/ Drew Smith: La Partida/ Laurie Sky: Storms Are On The Ocean/ Gove Scrivenor & Will Smith: Ghost Riders In The Sky/ Heidi Cerrigione: Vo Luzern Uf Weggis Zu/ Patsy Stoneman: Whip-Poor-Will/ Cathy Britell & Les Gustafson-Zook: Westphalia Waltz/ Laura Boosinger: Little Moses/ Karen Mueller & Ron Wall: Forked Deer/ Blackberry Blossom/ Janette Carter: Bury Me Beneath The Willow/ Lindsay Haisley: Crazy/ Cindy Harris & Bonnie Phipps: Staten Island Hornpipe/ Cathy Barton: Old Time Riverman

Disc 2:

John McCutcheon: The Water Is Wide/ Mike Fenton: Rochester Schottische/ Neal Walters & Heidi Cerrigione: Precious Memories/ Charles Whitmer: Star Of The County Down/ June Maugery: My Love Loves Me/ Evo Bluestein: Troubles/ Ivan Stiles & Richard Scholtz: Waltzing Matilda/ Roz Brown: Carry Me Back To The Lone Prairie/ Alan Mager & Karla Armstrong: Fly Me To The Moon/ Bryan Bowers: Cluck Old Hen/ John Hollandsworth & Sam Bush: Remington Ride/ Carole Outwater: Valse Du Nord Et Sud/ Laura Bosinger: Where The Roses Never Fade/ Mark Fackeldey: Anarchist/ Mike Seeger: New Freedom March/ Bill Martin & Joe Riggs: Deep Elm Blues/ Ron Wall: Patty Ann/ Jean Jennings: When The Roses Bloom/ Karen Mueller: Merrily Kiss The Quaker/ Bill Clifton: Mid The Green Fields Of Virginia/ Bill Bryant: St.Louis Blues/ Jo Ann Smith: Rhythm Of The Rain

Disc 3:

Gove Scrivenor: You Are My Sunshine/ Lucille Rieilly: Sheebeg And Sheemore/ Lindsay Haisley: Islesboro March/ Mary Gilihan: Fifty Miles Of Elbow Room/ Karen Daniels & Wanda Degen: Greensleeves/ Harvey Reid: Show Me The Road/ Tina Louise Barr & Ron Wall: Liza Jane/ Texas Gals/ Carey Dubbert & Mike Herr: Maggie Brown’s Favorite/ Patsy Stoneman: Titanic/ Karla Armstrong: Someone To Watch Over Me/ Adam Miller & Evo Bluestein: Margaret’s Waltz/ Little Roy Lewis: Do Lord/ Tom Schroeder: Farewell To A/C/ Ron Wall: East Bound Freight Train/ Cathy Britell: Trillium/ Win Grace: I Sit Beside The Fire/ Bob Lewis: O’Carolan’s Concerto/ Mike Herr: Cuckoo’s Nest/ Judie Pagter & Laurie Sky: Mary Dear/ Julie Davis: Far Away/ Janette Carter: Longing For Home

Es ist mit Sicherheit Johnny Cash zu verdanken, dass die Autoharp in Europa eine gewisse Verbreitung gefunden hat, zumindest dass man dieses Instrument kennt und dass es sogar von Volksmusikern in Baden, Bayern und dem Elsass gespielt wird. Von den Country Musikern dagegen wurde es in Europa merkwürdigerweise zurückhaltender aufgenommen. Johnny Cash hatte die Autoharp in seinen Shows sozusagen immer im Schlepptau. Durch seine jahrzehntelange Freundschaft mit der Carter Family und nicht zuletzt durch seine Ehe mit June Carter, war dieses Instrument immer auf der Bühne präsent. Zunächst noch durch die grosse alte Dame „Maybelle Carter“ und nach deren Tod durch ihre Tochter June Carter-Cash, die das Instrument oftmals noch in der alten Art, über den Knien liegend, dann aber auch in der modernen Spielweise, im Arm haltend, vorführte und damit sozusagen Geschichtsunterricht erteilte.

Apropos Geschichte, es ist schon kurios, dass ein Instrument wie die Autoharp, durch die Amerikaner den Europäern wieder ins Bewusstsein gebracht wurde. Schliesslich hatte ein Deutscher, ein gewisser Karl August Gütter aus dem Vogtland, die Autoharp im 19.Jahrhundert unter dem Namen „Volkszither“ aus der bekannten alpenländischen Zither entwickelt. Charles F. Zimmermann aus Philadelphia hat ebenfalls im 19.Jahrhundert aus der europäischen Zither seine „Autoharp“ konstruiert. Doch soll die heutige Autoharp eher Ähnlichkeiten mit Gütters „Volkszither“ als mit Zimmermanns Konstruktion haben. Die „Volkszither“ soll 1884 in Produktion gegangen sein, die „Autoharp“ ein Jahr später, im Jahre 1885.

Zumindest was die USA angeht, so war dieses relativ preisgünstige Instrument, diese Patentzither mit Tasten, das den Dorfschullehrern oft als Klavierersatz diente, ein voller Erfolg. Die Produktion stieg rasch auf über 150.000 Stück pro Jahr an. Doch wer die Geschichte der Country Music anhand der Tonträger studiert, dem fällt auf, dass die Autoharp doch eine gewisse Aussenseiterrolle gespielt haben muss, zumindest was die kommerzielle Vermarktung angeht. Die frühesten Plattenaufnahmen mit Autoharp stammen von Ernest V. „Pop“ Stoneman aus dem Jahre 1924, und ab 1927 spielte die Carter Family ihre Platten ein, bei denen zunächst Sara Carter, später auch Maybelle Carter die Autoharp spielte. Auch Kilby Snow (geb.1905), ein Autoharpvirtuose der ersten Generation muss an dieser Stelle erwähnt werden.

Zur 2. Generation gehören dann Musiker, die auch international die Autoharp wieder ins Gespräch brachten, allen voran Bill Clifton, aber auch Mike Seeger und der Afroamerikaner Norris waren in dieser Hinsicht sehr fleissig. Den grössten Anteil hatte jedoch die Carter Family im Rahmen der Johnny Cash Shows.

Für jeden, der den silberhellen Klang der Autoharp liebt, wurde nun eine Triple-CD veröffentlicht, auf der sich neben weniger bekannten Virtuosen auch bekannte „Stars“ auf der Autoharp vorstellen, zum Beispiel Bill Clifton, Mike Seeger oder Patsy Stoneman. Bryan Bowers, selbst ein Autoharp Virtuose und Mitproduzent dieses Projekts, schreibt dazu: „Als ich vor über 35 Jahren mit meiner Autoharp auf Tournee ging, da konnte man die wirklich guten Autoharpspieler noch an den Fingern einer Hand abzählen. Für die Produktion dieses CD-Werkes fiel es mir schwer aus den vielen heutigen Virtuosen knapp 50 auszuwählen, Autoharpkünstler, die von beiden Seiten des Atlantiks stammen. Dabei stellt man fest, wie viel virtuoser und ideenreicher die Künstler von Generation zu Generation werden.“

Nicht alle Stücke auf diesem Triple-Album sind Instrumentals, nein, es wird auch sehr viel gesungen und einige der besten Instrumental-Stars und Sidemen aus Nashville konnten als Mitstreiter gewonnen werden, z.B. Dennis Crouch, Richard Bailey, Stewart Duncan, Buddy Spiker, Ramona Jones, Alisa Jones, Sam Bush u.v.a.

Die Zusammenstellung des ganzen Projekts ist so gestaltet, dass jede CD leicht durchhörbar ist. Songs wechseln ab mit Instrumentals, auf schnelle Titel folgen langsame, besinnliche. Besonders originell Heidi Cerrigione mit dem alten Schweizer Volkslied „Vo Luzern Uf Weggis Zue“. Jeder Freund der Autoharp sollte dieses Werk besitzen.

(Info@artsinthewoods.org)

Walter Fuchs