2. Internationales
Bühler Bluegrass Festival 

     am Samstag, 03.April 2004, ab 14.00 
im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl/Baden
     Moderation: Walter Fuchs

   

2. Internationales Bühler Bluegrass Festival

Nachdem das renommierte "Güglinger Bluegrass Festival" nach 16 erfolgreichen Jahren 2001 letztmalig über die Bühne gegangen war, nicht mangels Publikumsinteresse, sondern wegen organisatorischer Probleme, lag natürlich die Weiterführung eines solchen Traditionsfestivals im Südwesten der Bundesrepublik sozusagen in der Luft. Nun hat die Stadt Bühl/Baden zugeschlagen und warum sollte neben einer "Blauen Zwetschgenkönigin" nicht auch "Blaues Gras" am Ufer der Bühlot gedeihen. 
Die Musik, die "Bluegrass Music", die auf diesem Festival geboten wird, kommt aus dem Südosten der USA. Auf der Basis der alten Fiddle Tunes und der Stringband Musik, sprich der traditionellen Musik des ländlichen Südens der USA mit ihren starken anglo-keltischen Wurzeln, hat sich ab Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts ein Stil der Country Music herauskristallisiert, der ab Mitte der 40er Jahre als "Bluegrass" in die Geschichte der ländlichen Musik Amerika"s eingehen sollte. Der Sänger und Mandolinenvirtuose Bill Monroe aus dem U.S. Bundesstaat Kentucky, dem sogenannten "Bluegrass State", hat ab Ende der 30er Jahre mit seiner Band heftig experimentiert und eine ungeheuere Sturm- und Drangphase durchgemacht. Zunächst hat er die Musik demokratisiert. War früher die Fiddle fast ausschließlich das Melodie- instrument, so wurden bei Bill Monroe die Instrumente gleichwertig behandelt. Jeder Musiker, ob Fiddler, Gitarrist, Mandolinenspieler oder Banjozupfer, alle mussten solistische Fähigkeiten mitbringen und mussten vor allem in der Lage sein, jazzmäßig zu improvisieren. Dies vor allem macht neben den Songtexten den hohen intellektuellen Anspruch der Bluegrass Music aus, die übrigens ihren Namen mit Hilfe der amerikanischen Radio Disc Jockeys bekam. Die nannten nämlich die Musik von Bill Monroe & His Bluegrass Boys einfach kurz und bündig "Bluegrass Music".
Wichtiges Merkmal dieser Bluegrass Music: Sie wird "unplugged" gespielt, das heißt rein akustisch produziert. Das Banjo wird dabei im

sogenannten "3-Finger-Picking-Stil" gezupft, was eine sehr rasante, synkopierte Spielweise erlaubt. Die klassische Besetzung einer Bluegrass Band ist auch heute noch: Fiddle, Gitarre, Banjo, Mandoline und Bass, wobei längst auch die Dobro-Gitarre (Resonatorgitarre) große Bedeutung gewonnen hat.
Ab Ende der 40er Jahre breitete sich die Bluegrass Music in den USA, vor allem im Südosten, sehr rasch aus, sie wurde immer populärer und neue Bands schossen wie Pilze aus dem Boden. Auch an der Westküste etablierte sich eine Bluegrassszene und als Bluegrass Bands auch beim Newport Folk Festival und sogar in der New Yorker Carnegie Hall frenetisch gefeiert wurden, war das Eis gebrochen. Man überschritt die Landesgrenze und längst gibt es auch in Europa, vor allem in Holland, Italien, der Schweiz und Deutschland eine lebendige Bluegrassszene, die auch von den Amerikanern anerkannt wird.
In Bühl tritt nun am 12. April im Bürgerhaus Neuer Mark nicht nur die Creme de la Creme der europäischen Bluegrassszene an, nein, aus den USA, aus Chicago, kommt eine der besten U.S.Bands, die Gruppe "Special Consensus". Aus Italien hat sich die beste italienische Band angemeldet, die Gruppe "Bluegrass Stuff", deren Gitarrist und Leadsänger Perry Meroni mit seiner "Lester Flatt Show" das Publikum von den Stühlen reißt. Die Niederlande, mit ihrer blühenden Bluegrasslandschaft, werden repräsentiert von einer Gruppe, die im vergangenen Jahr zur besten europäischen Bluegrassband gewählt wurde, die Formation "4 Wheel Drive" mit dem außergewöhnlichen Fiddler Joost van Es, einem Waldorfschüler. Schließlich aus Deutschland die Gruppe "Groundspeed", wahrscheinlich die beste Bluegrassformation der Bundesrepublik, die vor allem durch ihre Experimente mit Dudelsack auffällt.
Das Internationale Bühler Bluegrass Festival verspricht damit ein ganz besonderer Leckerbissen für die Freunde amerikanischer "Unplugged Music" zu werden, an der auch die Fans der anglo-keltischen Folklore, speziell der irischen Folk Music, ihre Freude haben werden.

Walter Fuchs/Radio RPR
Weitere Presseveröffentlichung
zu dem Festival

Bereits wenige Tage nach dem großen Erfolg des 1. Internationalen Bühler Bluegrass Festival am 12. April 2003, hatte sich die Stadt Bühl entschlossen, diese außergewöhnliche Veranstaltung fortzusetzen, zumal man mit "Blauem Gras" eine reizvolle Verbindung schafft zur "Blauen Zwetschge", jener Frucht, mit der Bühl weltweit bekannt wurde.

Da beim letztjährigen Festival sehr hohe musikalische Maßstäbe gesetzt wurden, die man bei weiteren Festivals natürlich nicht unterschreiten kann und will, wurden auch für 2004 wieder renommierte, etablierte Bands verpflichtet. Vor allem rückt diesmal das weibliche Element ganz stark in den Vordergrund, denn nur eine einzige Gruppe der insgesamt 5 Bands besteht ausschließlich aus Männern.

Von der amerikanischen Westküste kommt eine der besten Bands des Genres, die Kathy Kallick Band, die längst weltweite Anerkennung gefunden hat, nicht zuletzt durch ihre vielen erstklassigen CD-Produktionen. Als "Special Guest" wird die Musselwhite Family mit dabei sein, jene amerikanische Familienband aus Georgia, die in Bühl, beim 1. Festival entdeckt, spontan auf die Bühne geholt und stürmisch gefeiert wurde. Ein Managementvertrag, in Bühl unterschrieben, führte diese originelle Gruppe, das jüngste von den vier musizierenden Kindern ist erst sechs Jahre alt, inzwischen bis nach Holland und die Schweiz. Die Niederlande werden in diesem Jahr repräsentiert von einer der besten Bluegrass Bands Europas, den "Bluegrass Boogiemen" (bekannt auch als "Hillbilly Boogiemen"), die immer wieder durch die

USA und Europa touren und bereits mit zahlreichen Awards geehrt wurden. Aus Frankreich kommt eine der besten französischen Formationen mit internationaler Besetzung, die Gruppe "Turquoise", in den 80er Jahren einmal bekannt unter dem Namen "The Detour Band" mit der amerikanischen Sängerin und Bassistin Natalie Shelar, dem italienischen Sänger und Gitarristen Jeanmarie Peschiutta und dem holländischen Geigenvirtuosen Joost van Es, der im vergangenen Jahr in Bühl bereits mit der Gruppe "Four Wheel Drive" zu bewundern war.

Schließlich aus Deutschland präsentiert sich eine der besten Bluegrass Bands der Bundesrepublik, die Gruppe "One4Five" mit dem Banjo-Virtuosen Jürgen Biller (2003 stand er mit der holländischen Gruppe "Four Wheel Drive" in Bühl auf der Bühne) und dem holländischen Sänger, Fiddler und Mandolinenvirtuosen Lody van Vlodrop. One4Five, eine Band, die Bluegrass Music sehr urwüchsig im Stil der 50er und 60er Jahre produziert.

Das 2. Internationale Bühler Bluegrass Festival verspricht damit wieder ein ganz besonderer Leckerbissen für die Freunde amerikanischer "Unplugged Music" zu werden, an der auch die Fans anglo-keltischer Folklore, speziell der irischen Folk Music, sicherlich ihre Freude haben dürften.

Während des gesamten Festivals wird Sie unser Pächter von "Kohler"s Hotel-Speiselokal Engel" Bühl-Vimbuch im oberen Foyer bewirten.

Walter Fuchs